4 Gemeinden, 4 Präsidenten und 36 ehrliche Antworten
HEILIGENSCHWENDI – «Die Perle oberhalb des Thunersees. Die Gemeinde Heiligenschwendi liegt im Verwaltungskreis Thun (Kanton Bern) auf rund 1000 m ü. M. mit prachtvoller Sicht auf den Thunersee. Der Ort liegt inmitten der Oberländer Bergwelt und grenzt an sechs Nachbargemeinden. Die Gemeinde umfasst die Ortsteile Dörfli, Halten und Schwendi. Unsere Einwohner geniessen das Panorama von Eiger, Mönch, Jungfrau, Blümlisalp, Niesen und Stockhorn. Die Gemeinde – ein Naturparadies und Luftkurort – lädt zum Verweilen ein.»
HILTERFINGEN – «Hilterfingen-Hünibach (562 m ü. M.) liegt am Thunersee – an der Riviera des Berner Oberlandes – in einer grünen Parklandschaft, in geschützter und sonniger Lage in unmittelbarer Nähe der Stadt Thun. Hilterfingen und Hünibach sind ideale Ferienorte für Seeluftkuren, Segeln, Surfen, Rudern, Schwimmen, Fischen und Wandern. Weitere Freizeitmöglichkeiten gibt es in der näheren Region. Ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen lässt den Alltag vergessen. Hilterfingen- Hünibach ist Ausgangspunkt für Ausflüge im Berner Oberland.»
OBERHOFEN – «Die Gemeinde Oberhofen liegt eingebettet in einer wunderschönen Landschaft am sonnigen Thunersee, umgeben von prächtigen Bergen. Sie ist ein attraktiver und lebendiger Wohn- und Arbeitsort mit ländlichem Charme. Die gute Infrastruktur wie lokale Einkaufsläden, Post, Hallenbad und Bildungseinrichtungen sind weitere Vorzüge. Es gibt viel zu sehen und zu erleben, nicht nur in unserem schönen Dorf, sondern auch in der facettenreichen Naturlandschaft mit hohem Erholungswert rund um Oberhofen.»
SIGRISWIL – «Die Gemeinde Sigriswil liegt an der Sonnenseite des Thunersees. Ein Rundgang durch unsere Gemeinde mit den 11 Dörfern – Sigriswil, Aeschlen, Endorf, Gunten, Meiersmaad, Merligen, Reust, Ringoldswil, Schwanden, Tschingel und Wiler – ist sehr vielfältig. Den tiefsten Punkt bildet mit 558 m das Thunerseeufer, den höchsten mit 2063 m der Gipfel des Burgfeldstands. Mit knapp 55 km2 ist Sigriswil flächenmässig die grösste unter den 27 Gemeinden des Amtes Thun (BE). Das Dorf Sigriswil ist der Hauptort der Gemeinde.»
Thomas Heri, Gemeindepräsident von Heiligenschwendi
«Die Dorfgespräche stossen auf grosse Resonanz»
Wie beschreiben Sie das vergangene Jahr für die Gemeinde Heiligenschwendi in einem Satz?
Ein bewegtes Jahr, wir hatten eine Vakanz im Gemeinderat und zwei von fünf Mitgliedern sind neu dazugekommen.
Was war das grösste Projekt oder der grösste Erfolg, den Heiligenschwendi 2025 erreicht hat?
Bei uns in Heiligenschwendi geht es eher gemächlich zu. Doch konnten wir einiges bewegen. Die Besetzung der Vakanz im Gemeinderat sehe ich als grossen Erfolg. Ebenso freut mich die Umsetzung unserer Dorfgespräche.
Welche Prioritäten setzen Sie für die Gemeinde im neuen Jahr?
Mit Beginn der neuen Legislaturperiode haben wir unsere Ziele klar definiert. Im Mittelpunkt stehen solide Finanzen, die Ortsplanungsrevision, mehr Sicherheit auf dem Schulweg, eine zeitgemässe Schulbildung sowie die Erhaltung unserer Gemeindeliegenschaften und -infrastruktur.
Und auf welche neuen, konkrete Projekte können sich die Bürger freuen?
Für aussergewöhnliche Projekte fehlen uns derzeit die Finanzen. Umso mehr freut es mich, dass unsere Bürger aktiv an der Ortsplanungsrevision mitwirken können. Auch die Dorfgespräche stossen auf grosse Resonanz. Bei diesen bringen unsere Einwohner ihre Ideen sowie Anliegen ein und hören aus erster Hand von laufenden Gemeindegeschäften.
Muss die Bevölkerung mit Steuererhöhungen oder grösseren Sparmassnahmen rechnen?
Auch wenn unsere Finanzlage nicht rosig ist, planen wir keine Steuererhöhung. Zusätzliche Sparmassnahmen sind nicht geplant, da wir bereits seit Jahren konsequent sparen. Wie bisher, werden wir weiterhin alle beeinflussbaren Ausgaben sorgfältig prüfen. Ausserdem analysieren wir weitere Einnahmequellen wie die Parkplatzbewirtschaftung oder die Vermietung von Gemeindeliegenschaften.
Wie stellen Sie sicher, dass auch die Anliegen der Jugend und älterer Mitbürger in der Politik Gehör finden?
Seit Frühjahr 2025 führen wir zweimal jährlich unsere Dorfgespräche durch. Gefördert wird dort ein unkomplizierter und ehrlicher Austausch, der uns besonders am Herzen liegt. Alle Einwohnerinnen und Einwohner, von jung bis erfahren, ob stimmberechtigt oder nicht, sind herzlich eingeladen, aktiv mitzuwirken.
Was ärgert Sie an Ihrer Gemeinde?
Manchmal entstehen bei Gemeindeversammlungen Fragen wie: «Hat man daran gedacht? Wurde berücksichtigt, dass …?» und es wirkt, als hätten wir unsere Arbeit nicht erledigt. Dabei können unsere Einwohnerinnen und Einwohner sicher sein, dass Gemeinderat und Verwaltung alle verfügbaren Mittel und Möglichkeiten prüfen. Wir bringen vollständig durchdiskutierte Anträge in die Versammlung.
Und worauf sind Sie besonders stolz?
Auf das Gemeinschaftsgefühl in unserer Gemeinde. Freiwillige Helferinnen und Helfer sind oft schnell gefunden. Sei es bei der Grüngutannahme, oder beim Zeltaufbau für die Bundesfeier. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich immer wieder engagieren und mit ihrer tatkräftigen Unterstützung unsere Gemeinde bereichern!
Charakterisieren Sie Ihre Gemeinde in drei Adjektiven.
Naturnah, gemeinschaftlich und authentisch.
Martin Christen, Gemeindepräsident von Hilterfingen
«Bei guten Ideen wünsche ich mir manchmal mehr Tempo»
Wie beschreiben Sie das vergangene Jahr für die Gemeinde Hilterfingen in einem Satz?
Das Jahr 2025 war für die Gemeinde anspruchsvoll, doch wir haben die personellen Engpässe und die Übernahme vieler Altlasten als Chance genutzt, um Strukturen zu überprüfen und den Überblick für eine solide Zukunft zu schaffen.
Was war das grösste Projekt oder der grösste Erfolg, den Hilterfingen 2025 erreicht hat?
Der grösste Erfolg 2025 war die Umsetzung der ersten Phase des Mandatsprojekts «Organisation und Führungsstruktur 2.0.» Damit haben wir die Grundlagen geschaffen, um unsere Organisation, Führung und Personalarbeit stabil und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln – inklusive klarer Rollen, Führungsinstrumente und Pflichtenhefte.
Welche Prioritäten setzen Sie für die Gemeinde im neuen Jahr?
Wir setzen auf die konsequente Weiterentwicklung unserer Organisation, schaffen Stabilität in der Verwaltung und legen den Grundstein für eine nachhaltige, langfristige Planung, damit unsere Gemeinde gut für die Zukunft gerüstet ist.
Auf welche neuen, konkreten Projekte können sich die Bürger freuen?
2026 stehen keine aussergewöhnlichen Grossprojekte an. Unser Fokus liegt darauf, die hohe Lebensqualität in der Gemeinde mit gezielten Anpassungen zu erhalten und neue Möglichkeiten zu schaffen. Besonders freuen wir uns auf das Bürgerbeteiligungsprojekt, das hoffentlich innovative und gewinnbringende Ideen hervorbringt.
Muss die Bevölkerung mit Steuererhöhungen oder grösseren Sparmassnahmen rechnen?
Wir setzen auf eine sorgfältige Finanzplanung, die es uns ermöglicht, notwendige Investitionen zu tätigen, ohne die Steuerlast zu erhöhen. Angesichts der grossen und kostenintensiven Infrastrukturaufgaben ist es jedoch zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, eine verlässliche Langzeitprognose abzugeben.
Wie stellen Sie sicher, dass auch die Anliegen der Jugend und älterer Mitbürger Gehör finden?
Das Generationenleitbild «Zäme redä, zäme läbe» bildet dafür die Grundlage: Durch gemeinsame Aktivitäten, Veranstaltungen und Begegnungsräume schaffen wir Möglichkeiten, in denen Jung und Alt ihre Perspektiven austauschen können. So entstehen Brücken zwischen den Generationen, die nicht nur das gegenseitige Verständnis stärken, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gemeinde fördern.
Was ärgert Sie an Ihrer Gemeinde?
Wenn wir gute Ideen haben, aber die Umsetzung durch Vorschriften oder lange Verfahren verzögert wird. Da wünsche ich mir manchmal mehr Tempo.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf das grosse Engagement unserer Bevölkerung: sei es in Vereinen, bei kulturellen Anlässen oder im freiwilligen Einsatz für die Gemeinschaft.
Charakterisieren Sie Ihre Gemeinde in drei Adjektiven.
Lebenswert, zukunftsorientiert und herzlich.
Philippe Tobler, Gemeindepräsident von Oberhofen
«Finanzen und eine intakte Infrastruktur sind wichtig»
Wie beschreiben Sie das vergangene Jahr für die Gemeinde Oberhofen in einem Satz?
Es war eine intensive, aber sehr erfolgreiche Zeit.
Was war das grösste Projekt oder der grösste Erfolg, den Oberhofen 2025 erreicht hat?
Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Schulanlage Friedbühl ist ein Meilenstein für die Gemeinde.
Welche Prioritäten setzen Sie für die Gemeinde im neuen Jahr?
Wir wollen weiterhin auf gesunde Finanzen achten und die Sanierungen unserer Anlagen und Bauten konsequent vorantreiben.
Und auf welche neuen, konkreten Projekte können sich die Bürger freuen?
Von grosser Bedeutung für die Einwohnerinnen und Einwohner ist das Wasserreservoir, das nun gebaut werden soll.
Muss die Bevölkerung mit Steuererhöhungen oder grösseren Sparmassnahmen rechnen?
Unsere Gemeinde verfügt über ein gesundes finanzielles Fundament, das es uns erlaubt, den Steuerfuss auf dem aktuellen Niveau zu belassen.
Wie stellen Sie sicher, dass auch die Anliegen der Jugend und älterer Mitbürger in der Politik Gehör finden?
Die Gemeinde verfügt über ein Generationenleitbild, das unter der Ägide des regionalen Sozialdienstes läuft und das Motto «zäme redä, zäme läbe» trägt. Damit versuchen wir allen Generationen gerecht zu werden.
Was ärgert Sie an Ihrer Gemeinde?
Wenn sich Bürgerinnen und Bürger melden und mitmachen wollen, dies jedoch nur aus eigenem Interesse und zum Selbstzweck, dies bringt uns das als Gemeinde und Gemeinschaft nicht wirklich weiter.
Und worauf sind Sie besonders stolz?
Dass wir auch in den kommenden Jahren als selbständige Gemeinde unseren Standort am See behalten können.
Charakterisieren Sie Ihre Gemeinde in drei Adjektiven.
Ruhig, besonnen, zukunftsgerichtet
Anton Ambühl, Gemeindepräsident von Sigriswil
«Viele junge Berufsleute geben bei uns richtig Gas»
Wie beschreiben Sie das vergangene Jahr für die Gemeinde Sigriswil in einem Satz?
In der Gemeinde Sigriswil läuft sehr viel und es läuft gut; zahlreiche Bürgerinnen und Bürger setzten sich sehr stark für die Gemeinde ein.
Was war das grösste Projekt oder der grösste Erfolg, den Sigriswil 2025 erreicht hat?
Hervorheben möchte ich insbesondere den Neubau der Bühlgrabenbrücke und die punktgenaue Eröffnung am Käseteilet im Justistal.
Welche Prioritäten setzen Sie für die Gemeinde im neuen Jahr?
Hohe Priorität hat die Einhaltung des Zeitplans beim Neubau Gemeindeverwaltung inklusive COOP. Dies ist ein Schlüsselprojekt für unsere Gemeinde.
Und auf welche neuen, konkreten Projekte können sich die Bürger freuen?
Freuen kann sich die Bevölkerung auf eine neue Gemeindeverwaltung mit COOP und einen neuen, vielseitig nutzbaren Dorfplatz in Sigriswil.
Muss die Bevölkerung mit Steuererhöhungen oder grösseren Sparmassnahmen rechnen?
Das Budget 2026 wurde mit der bestehenden Steueranlage von 1.66 genehmigt und grössere Sparmassnahmen sind darin keine vorgesehen.
Wie stellen Sie sicher, dass auch die Anliegen der Jugend und älterer Mitbürger in der Politik Gehör finden?
Einerseits stellen wir die Mitsprache durch den Einsatz von breit abgestützten Begleitgruppen in verschiedenen Projekten sicher, etwa beim Parkplatzbewirtschaftungsreglement und bei der Planungszone «kurzfristige Vermietungen ». Andererseits motivieren wir die verschiedenen Altersgruppen zur Teilnahme an den Gemeindeversammlungen.
Was ärgert Sie an Ihrer Gemeinde?
Es hat leider wenige geeignete und bezahlbare Wohnungen für junge Familien.
Und worauf sind Sie besonders stolz?
Es gibt viele junge Berufsleute in der Gemeinde, die grosses Engagement zeigen und richtig «Gas geben».
Charakterisieren Sie Ihre Gemeinde in drei Adjektiven.
Eigenständig, traditionell und zukunftsorientiert
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