Mey Geiger freut sich schon heute auf das 41. Hünegg Openair am Samstag, 25. Juli 2026.
«Das Hünegg Openair soll nicht grösser werden»
«Ganz ehrlich», lacht Mey Geiger frierend in der Januarkälte vor dem Schloss Hünegg, «ich habe den Aufwand für die Organisation des Openairs völlig unterschätzt, als ich den Job übernommen habe.» Das ist mittlerweile fünf Jahre her. Und der Physiotherapeutin, die nebenbei auch noch in drei verschiedenen Bands als Pianistin und Sängerin aktiv ist, geht die Organisation heute viel leichter von der Hand. «Eine Frage der Routine und des Netzwerks», bestätigt sie. «Aber einfach ist die Aufgabe auch heute nicht. Vor allem, weil wir als Non-Profit-Organisation auf die finanziellen Zusagen von Gemeinden, Gönnern und dem Kanton angewiesen sind.»
FINANZIELLER UND MUSIKALISCHER RAHMEN
Das bedeutet für die Präsidentin des organisierenden Vereins Poly Magoo, dass sie nebst den finanziellen Zusagen vor allem die Defizitgarantie des Kantons Bern abwarten muss, bevor sie auf die Suche nach den passenden Acts für das Openair geht. «Das macht die Sache nicht einfacher », so Mey Geiger. «Denn es gibt immer mehr kleinere Sommer-Openairs wie wir, die passende Bands und Musiker: innen buchen wollen.»
Und der finanzielle Rahmen ist eher eng für das kostenlose «Boutique»-Openair im Hünegg-Schlosspark. «Mehr als 900 Besucher verträgt das Gelände ohnehin nicht», betont die Veranstalterin. «Und wenn wir grössere Namen verpflichten möchten, müssten wir Eintritt verlangen. Doch das wollen wir auch in Zukunft nicht – das einmalige Hünegg-Feeling soll weiterleben.» Hünegg-Feeling? «Ja, auch weil das Openair kostenlos ist, ist es ein Familien- Event. Hier fühlen sich Jung und Alt wohl – Kinder tollen herum, während die Eltern zur Musik tanzen.»
Könnte sich die in Oberhofen wohnhafte Musikerin einen Wunsch für die Hünegg-Bühne erfüllen, müsste sie sich zwischen AC/DC, Adele und Lady Gaga entscheiden. «Ein schwieriger Fall …», lacht sie. Oder bei Schweizer Bands – schliesslich will das Hünegg Openair ganz bewusst einheimisches Schaffen unterstützen – zwischen Patent Ochsner und Steff la Cheffe. Wer am 25. Juli 2026 den Takt im Schlosspark mit Blick auf den Thunerseee angibt, ist noch nicht klar.
Comeback nach Corona: Diamond Cove begeisterten das Publikum im Jahr 2022.
Derzeit streckt Mey Geiger ihre Fühler nach passenden Bands und Musiker:innen aus. «Mit Baba Shrimps haben wir im vergangenen Jahr einen Top-Act präsentiert», blickt sie zurück. «Das war mein persönlicher Höhepunkt und die Band ist beim durchnässten Publikum supergut angekommen. Das zu toppen, wird in diesem Jahr wohl sehr schwierig. Aber ich bin überzeugt, dass wir auch in diesem Sommer ein passendes Line-Up präsentieren können.»
«WACHSTUM IST KEIN THEMA»
Im Gegensatz zu den grossen Openairs lebt das Openair nicht von ebenso grossen Namen, sondern in erster Linie vom Feeling – und im Falle des Hünegg vom Setting im Schlosspark. «Die Location ist wirklich einmalig», schwärmt Mey. «Direkt am Schloss, mit Blick auf den Thunersee und den Niesen. Mehr geht nicht.» «Mehr» ist ohnehin nie das Motto. «Eher weniger ist mehr», freut sich die Organisatorin. «Bei uns gibt es keinen Security-Grossaufmarsch, keine Bändel, keine VIP-Zonen, kein Gedränge bei den Toiletten und kein internationales Multikulti-Food-Angebot, sondern lokale und einfache Speisen.» Und grösser werden oder einen zweiten Festival-Tag hinzufügen ist auch kein Thema? «Nein. Wachstum ist überhaupt kein Thema – das würde das einmalige ‹Hünegg-Feeling› zerstören», weiss Mey Geiger ganz genau.
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