Museologin Christina Fankhauser: «Unser Schlossgespenst kann geweckt werden . . . » Foto: Dieter Liechti

Schlossfrau von Oberhofen

Christina Fankhauser ist seit über 14 Jahren Direktorin des Schlosses Oberhofen. Sie stellt sich den Fragen der SEE-SYTE.

Christina Fankhauser, als was würdest du Dich persönlich bezeichnen: Schlossherrin, Schlossfrau oder eher Museumsdirektorin?
Wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde, nenne ich das, was ich studiert habe – ich bin Museologin.

Was ist das Highlight der Schlosssaison?
Dass wir mit neu gestrichenen Fensterläden in Blau und Weiss in die Saison starten, und dass das Schloss dank eines Sponsorings im neuen Licht erstrahlen wird.

Wie gelingt der Spagat, sowohl internationale Touristen als auch die lokale Bevölkerung für das Schloss zu begeistern?
Begeisterung ist mit Emotionen verknüpft. Schlösser haben diesbezüglich ein grosses Potenzial, da sie als Sehnsuchtsorte immer mit Geschichten verbunden sind. Bei der lokalen Bevölkerung spielt der identitätsstiftende Aspekt eine Rolle, da historische Objekte für einen Ort eine spezielle Bedeutung haben.

Historische Gebäude erfordern ständigen Unterhalt . . .
. . . ja, die Erhaltung der historischen Substanz erfordert viel Wissen, gute Planung und eine enge Zusammenarbeit mit Denkmalpflege, Architekten und Handwerkern.

Wie kann man in der heutigen Zeit einen Schlossbetrieb finanzieren?
Mit viel Reserven, wohlgesinnten Institutionen und Leistungsvereinbarungen, die Kontinuität und Perspektiven ermöglichen. Mit Vermietungen, mit gut funktionierenden Partnerschaften, Gönnern und Gönnerinnen, mit viel Lobbyarbeit, Engagement und einem langen Atem.

Nach welchen Kriterien entscheidest du, welche Geheimnisse erzählt werden?
Geheimnisse bleiben Geheimnisse. Wir erzählen aber gerne Geschichten und manchmal gibt eine Geschichte ein Geheimnis preis.

Gibt es in Oberhofen ein Schlossgespenst?
Ja, es schnarcht unter einer Treppe und kann geweckt werden.

Wie modern darf ein Schlossmuseum sein, um gegen digitale Angebote zu bestehen?
Gemäss der weltweit gültigen Definition ermöglichen Museen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch. Physische Exponate können dabei mit interaktiven Erlebnissen verbunden werden, um Geschichte erlebbar zu machen. Die digitalen Tools bereichern die historische Atmosphäre, sie ersetzen sie jedoch nicht.

Die fünf Schlösser am See arbeiten im Verein thunerseeSCHLÖSSER zusammen. Wo liegen die Vorteile dieser Kooperation?
Wir haben uns zusammengeschlossen, um den Kulturtourismus zu fördern und Kooperationen mit anderen touristischen Partnern einzugehen. Wenn wir gemeinsam auftreten, wird unser Potenzial stärker wahrgenommen und es wird ersichtlich, welche Bedeutung wir für die Region haben.

Welcher Winkel im Schloss ist dein ganz persönlicher Rückzugsort und warum?
Wenn das Museum geschlossen ist, liebe ich es, auf der ehemaligen Grafenterrasse zu sitzen und dem Plätschern der Wellen zuzuhören.

Dieter Liechti

BESUCHERINFOS SCHLOSS OBERHOFEN

SCHLOSSMUSEUM
10. Mai bis 1. November 2026
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
(Montag geschlossen)

RESTAURANT SCHLOSS OBERHOFEN
Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 23 Uhr (Montag/Dienstag geschlossen)

SEEUFERWEG
siehe Öffnungszeiten Schlosspark

SCHLOSSPARK
24. Mai bis 26. Juli, 9 bis 21 Uhr
27. Juli bis 13. September, 9 bis 20 Uhr
14. September bis 25. Oktober, 9 bis 19 Uhr
26. Oktober bis 13. Dezember, 9 bis 17 Uhr
(ab 14.9. kann der Park witterungsabhängig auch früher geschlossen werden)

Freier Zutritt zum Park. Hunde dürfen in Schloss und Park nicht mitgeführt werden (ausgenommen Führhunde). Im Restaurant sind Hunde hingegen willkommen.

EINTRITTSPREISE SCHLOSSMUSEUM Erwachsene: CHF 15.–
Erwachsene ermässigt (IV, Studenten, Gruppen ab 10 Personen, Gästekarten der Region): CHF 12.–
Kinder (6 bis 16 Jahre): CHF 6.–, Kinder unter 6 Jahren gratis
Familienticket A (1 Erwachsener mit bis zu 4 Kindern unter 16 Jahren): CHF 20.– Familienticket B (2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern unter 16 Jahren): CHF 30.– Schlössercard (Eintritt in die 5 thunerseeSCHLöSSER): ab CHF 35.– Kulturlegi: 50 % Ermässigung

Gratis mit Schweizer Museumspass, Oberhofner Museumspass, Schlössercard, Raiffeisenkarte (MemberPlus), Swiss Travel Pass, ICOM, für Mitglieder des Schlossvereins und für alle Geflüchteten, die sich entsprechend ausweisen können.


KONTAKT
Stiftung Schloss Oberhofen
Postfach 22
3653 Oberhofen
Tel. +41 33 243 12 35 info@schlossoberhofen.ch

Öffnungszeiten Büro:
Dienstag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr

schlossoberhofen.ch