Die in Merligen lebende Heidi Niederhauser liest in ihrem Kriminalroman «Dahlienknollen – Lüdi ermittelt». Und sie verspricht 176 Seiten «Spannung pur» . © Foto Wanzenried

«Vielleicht treibt in Band 3 eine Leiche im Thunersee»

Heidi Niederhauser hat vor ein paar Wochen ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht – «Dahlienknollen». Der spannende Krimi spielt im Emmental. In unserem Interview erzählt die seit Jahren in Merligen lebende Autorin über sich und ihr Erstlingswerk.

Heidi Niederhauser, die vergangenen 20 Jahre deines Lebens hast du hauptsächlich als Geschäftsleitungsassistentin und in administrativen Tätigkeiten im Planungswesen gearbeitet – jetzt schreibst du Krimis. Was ist passiert?
Es hat sich so ergeben. Geschrieben habe ich immer gerne, meistens beruflich für andere. Erst mit der Pensionierung fühlte ich mich berufen, einen Krimi zu schreiben. Das Manuskript wurde beim erstmaligen Einreichen beim ersten Verlag bereits angenommen. Dies motiviert mich bis heute. 

Waren Krimis eigentlich schon immer deine Lieblingslektüre?
Das lässt sich so nicht sagen. Seit ich schreibend bin, meide ich dieses Genre eher, damit sich mein Stil nicht verwässert und ich authentisch an der Geschichte dranbleiben kann.

Du lebst seit über 30 Jahren im Berner Oberland, davon neun Jahre im idyllischen Merligen mit Blick auf den Thunersee – die perfekte Umgebung für einen Arztroman. Wieso also ein Krimi?
Oder anders herum gefragt, wieso kein Krimi? Ein Kriminalroman eignet sich immer und überall. Zudem bin ich aktuell am Überlegen, ob es nicht noch einen Toten aus dem schönen Merligen geben soll. Ich lasse mir diese Option für Band 3 offen. Tatsächlich hat ein Nachbar bereits diesen Wunsch geäussert. Er möchte einen Leblosen, der vor idyllischer Kulisse im Wasser treibt. Mal sehen, was sich machen lässt.

Was fasziniert dich speziell am Schreiben eines Kriminalromans?
Ein Krimi braucht eine besondere Analytik, im Schreiben, wie auch im ganzen erzählerischen Handlungsstrang. Die Geschichte muss gut durchdacht, nachvollziehbar, plausibel und spannend sein. Das reizt mich an diesem Genre.

«Dahlienknollen» ist ja nicht nur ein Erstlingswerk, sondern der Auftakt zu einer Blumenmorde-Trilogie. Wie heissen die nächsten beiden Folgen?
Mir wurde vom Verlag der Reihentitel «die Blumenmorde » zugeteilt. Das heisst, ich kann unter diesem Sammelbegriff eine Reihe, eine Trilogie, schreiben. Man muss kein Blumenfreak sein, um Gefallen an dieser Serie zu finden. Band 1 startet mit den Dahlienknollen, Band 2 heisst Klosterlilien und Band 3 ist noch nicht ganz spruchreif.

Weisst du schon, wie das letzte Kapitel enden wird?
Ich weiss den letzten Satz noch nicht, der wird sich herauskristallisieren. Das letzte Kapitel kann sich im Laufe der Geschichte variabel anpassen. Den Plot habe ich jedoch seit längerem skizziert.

Warum handelt der Krimi grösstenteils im Emmental und nicht im Berner Oberland?
Ich bin im Emmental aufgewachsen. Es zog mich jedoch früh von dort weg und erst jetzt im Alter entdecke ich die behäbige Schönheit des Emmentals neu.

Hauptfigur in deinem Krimi ist der «Lüdi». Hat er auch einen Vornamen?
Lüdi heisst Lüdi. Sein Vorname bleibt bis zur letzten Seite unausgesprochen und geheim wie das Rezept des Appenzeller Käses. Wie es im Emmental üblich ist, werden die Leute oft nur mit ihrem Nachnamen angesprochen.

Wieviel «Lüdi» steckt in dir persönlich?
Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Das ist die Freiheit des Schreibens. Allzuviel Ähnlichkeiten sehe ich nicht. Einzig seinen Hang zur Poesie hat er von mir abgeschaut. Ich lasse ihn heimlich Gedichte schreiben, die ich von Zeit zu Zeit mit einer erfreulichen Resonanz auf meinem Instagram-Account hochlade.

Beschreibe «Lüdi» wie früher in einer SMS – in maximal 160 Zeichen.
Lüdi liebt das Fischen. Mit Fischen liesse sich besser kommunizieren als mit Delinquenten. Ferien sind ihm zuwider. Er sagt, diese seien überbewertet. Langfädige Unterhaltungen ermüden ihn.

Und nun beschreibe dich genau gleich.
Ich liebe das Schreiben. Der wahre Luxus ist es, sich die Tage nach eigenem Ermessen gestalten zu können. Die Ruhe vor Ort und Merligen als Dorf bilden für mich dazu die beste Grundlage.

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DAHLIENKNOLLEN – LÜDI ERMITTELT

Lüdi, frisch von seiner Partnerin Lea getrennt, strauchelt mehr schlecht als recht durchs Leben. In seiner beruflichen Karriere kann er nur mässige Erfolge verzeichnen. Als endlich etwas geschieht und die Tochter des Gärtners leblos im Dahlienfeld liegt, sieht er seine Stunde gekommen. Doch er ist bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert. Seinen einzigen Halt bieten ihm seine Angelrute und ein erotisches Abenteuer. Lüdi beschliesst, in Eigenregie den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen.

Im Emmental lässt sich viel verbergen. Selbst die dunklen Tannen wiegen sich bedächtig im Wind und werfen Schatten über sanfte Hügel. Energie Van Windparken, ein international tätiges Konsortium, plant eine Windkraftanlage auf der Egg. Dieses Vorhaben erhitzt die Gemüter und im friedlichen Dorf regt sich Widerstand.

Schliesslich ist es sein Vorgesetzter, der Lüdi wieder in den Dienst beordert, denn auch im behäbigen Emmental herrscht Fachkräftemangel. Was sich Lüdi eröffnet, hätte er nie zu denken gewagt.

Im Windkanal spannender Ereignisse erfolgt die Erkenntnis, dass sich alles wieder ändern kann. Der dramatische Krimi aus dem Emmental – mit vielen unerwarteten Wendungen.

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