Power-Duo: Laura Haftka und Anita Haas – die beiden Vizepräsidentinnen des FC Hünibach. © Dieter Liechti

«Wir freuen uns über neue Gesichter im Verein»

Seit zwei Jahren sorgen Laura Haftka (27) und Anita Haas (29) für frischen Wind im Vorstand des FC Hünibach. Wir wollen von den beiden Frauen wissen, was «fägt», was ärgert und welche Ziele im Fokus stehen.

Zwei Jahre Vizepräsidentinnen des FC Hünibach. Wie sieht eure persönliche Bilanz aus?
Laura: Es waren bisher sehr bereichernde Momente. Gerade am Anfang brauchten wir etwas Zeit, um in alle Themen hineinzuwachsen und im Vorstand anzukommen. Inzwischen arbeiten wir an verschiedenen Projekten mit. Natürlich ist es nicht immer einfach, ein ehrenamtliches Engagement neben Beruf und Studium unterzubringen. Trotzdem überwiegt das Positive: Das Amt ermöglicht spannende Erfahrungen auf persönlicher wie auch auf fachlicher Ebene.

Und die Bilanz des FC Hünibach?
Laura: Der Verein hat sich in den letzten zwei Jahren insgesamt positiv entwickelt. Ein zentraler Meilenstein ist die bevorstehende Eröffnung des neuen Clubhauses. Sportlich erfreulich ist der Aufstieg der 1. Mannschaft in die 3. Liga im vergangenen Sommer sowie die positive Entwicklung des Frauenteams, das sich kontinuierlich weiter stabilisiert. Auch im Juniorenbereich wird sehr gute Arbeit geleistet. Im Frauenfussball konnten zudem mit der Neugründung der FF15- und FF17-Teams wichtige Schritte umgesetzt werden. Ergänzend dazu ist die Aufnahme in das «SFV Quality Club». Programm ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Vereinsentwicklung.

Was macht speziell Spass?
Laura: Vor allem die Zeit auf dem Fussballplatz und die Geselligkeit rund um den Verein. Es ist schön, Teil dieses Umfelds zu sein. Gleichzeitig macht es Freude, den Verein mitgestalten zu können.

Schmuck: Das neue Clubhaus des FC Hünibach wird am 30. Mai mit einem Fest eröffnet. © Dieter Liechti

Und was ärgert?
Laura: Es fehlt schlicht die Zeit, um all die Ideen umzusetzen, die man gerne einbringen würde. Gerade im Ehrenamt stösst man dabei schnell an seine Grenzen, was oft frustrierend sein kann.

Teilt ihr euch die Aufgaben auf? Wenn ja, wer ist wofür verantwortlich?
Laura: Wir arbeiten im Vorstand eng zusammen und sind beide in Projekte eingebunden. Ich bin dabei meist Ansprechperson bei Projekten und treibe die Umsetzung voran, während Anita stark unterstützt und vor allem die Kontakte im Verein kennt.

Was schätzt ihr an der Arbeit im Duo am meisten?
Laura: Als Duo stärken wir uns gerade als einzige Frauen im Vorstand. Das gibt zusätzliche Überzeugungskraft. Anita: Dass man sich austauschen, sich gegenseitig unterstützen und Entscheidungen gemeinsam treffen und tragen kann.

Und wenn ihr mal nicht gleicher Meinung seid?
Laura: Das gab es bisher eigentlich nie. Wir haben eine sehr ähnliche Grundhaltung und finden im Austausch jeweils schnell eine gemeinsame Lösung.

Ist man als «Vize» primär Stellvertreterin des Präsidenten oder könnt ihr auch eigene Akzente setzen?
Laura: Beides. Unser Präsident macht einen sehr guten Job und führt den Verein strukturiert und engagiert, was uns im Vorstand Stabilität gibt. Gleichzeitig profitieren wir davon, dass er uns viel Vertrauen entgegenbringt. Es geht weniger um die Rolle als Stellvertretung, sondern mehr darum, eigene Themen einzubringen.

Welche Vision habt ihr für den FC Hünibach in den nächsten fünf Jahren?
Anita: Wir möchten den Verein nachhaltig weiterentwickeln, sowohl sportlich als auch strukturell. Dabei hilft uns sicherlich auch der Weg zur Zertifizierung als «SFV Quality Club». Die Förderung unseres Nachwuchses in allen Bereichen ist dabei zentral: also von Spieler:innen, Funktionär:innen, Schiedsrichter:innen und Trainer:innen, da wir hier laufend auf engagierte Personen angewiesen sind. Ebenso wichtig ist uns ein lebendiges Vereinsleben.

Mit dem neuen Clubhaus (siehe oben) hat der FC Hünibach endlich ein modernes Zuhause. Was kommt als Nächstes?
Anita: Jetzt geht es darum, das Clubhaus mit Leben zu füllen und als Treffpunkt zu etablieren. Mit einer passenden Anzeigetafel würde man wohl vielen FC Hünibächler:innen eine Freude bereiten.

Der Fussball befindet sich im Hoch: 2025 die Frauen- EM in der Schweiz, nun der grosse Erfolg des FC Thun. Spürt man die Begeisterung auch beim FC Hünibach?
Anita: Solche Ereignisse wirken motivierend, gerade für den Nachwuchs. Man spürt mehr Interesse und eine positive Energie rund um den Fussball.

Ambitioniert: Das 3-Liga-Frauenteam des FC Hünibach strebt einen Aufstieg in die 2. Liga an. © Blerton Tafili

Die Frauen-EM war ein grosser Erfolg. Wirkt das heute noch nach?
Anita: Die EM hat dem Frauenfussball zusätzliche Sichtbarkeit gegeben und viele neue Impulse gesetzt, die auch auf Vereinsebene spürbar sind.

Was hat sich für den Frauen-Fussball in der Schweiz konkret verändert?
Anita: Die Akzeptanz und die Wahrnehmung sind deutlich gestiegen. Es gibt mehr Mädchen, die mit Fussball beginnen, und die Strukturen werden Schritt für Schritt professioneller. Es gibt zum Beispiel gezielte Frauenkurse zur Förderung weiblicher Trainerinnen sowie spezifische Förderangebote für Schiedsrichter:innen im Frauenfussball.

Ihr spielt beide auch aktiv Fussball. Was sind eure sportlichen Ziele?
Anita: Wir haben uns in den letzten Jahren in der 3. Liga etabliert und als Team stetig weiterentwickelt. Deshalb reizt es uns natürlich, den nächsten Schritt anzugehen. Ein Aufstieg in die 2. Liga ist definitiv ein Ziel, das wir uns vorstellen können.

Wo ergänzt ihr euch besser: Auf dem Platz oder im Vorstand?
Laura: Beides. Es hilft natürlich sehr, dass wir uns schon sehr lange kennen. Auf dem Platz als erfahrene Spielerinnen und im Hünibach-Vorstand durch unsere eingespielte Zusammenarbeit.

Und wie bringt ihr die zeitintensive Vorstandsarbeit in einem kleinen Verein mit eurem Privat- und Berufsleben unter einen Hut?
Anita: Die Arbeit im Co-Präsidium hilft uns, da wir die Verantwortung teilen und uns gegenseitig entlasten können. Gleichzeitig sind wir auf ein flexibles Umfeld angewiesen. Gerade die Unterstützung in der Familie, zum Beispiel durch meinen Mann bei der Betreuung unserer Tochter, ist dabei enorm wertvoll.
Laura: Es ist eine Herausforderung und erfordert viel Flexibilität. Ohne Leidenschaft für den Verein wäre das kaum möglich.

Beschreibt uns die Vereins-DNA des FC Hünibach.
Anita: Der FC Hünibach steht für Zusammenhalt, Engagement und Leidenschaft für den Fussball. Wir sind der familiäre Verein am rechten Thunerseeufer, wo jede und jeder willkommen ist und seinen Platz findet.

Was möchtet ihr unseren Leser:innen noch mitteilen?
Anita & Laura: Dass wir uns immer über neue Gesichter im Verein freuen. Aktuell haben wir in allen drei Aktiv-Teams noch Platz und laden Interessierte gerne zu einem Probetraining ein. Gleichzeitig suchen wir auch engagierte Trainer:innen und Schiedsrichter:innen sowie neu ein:e Leiter:in Administration. Wer Lust hat, sich einzubringen, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen.

Dieter Liechti